Ein Tag mit mir beim Jakob-Muth-Inklusionspreis

Ich hatte da in dieser Woche aber ein tierisches Erlebnis. Mein Frauchen sagte mir schon häufiger: „Lieber Snorry, bald fahren wir mit einer Abordnung der AG-Inklusion nach Rostock!“. Aber was dieses Rostock war, dass wusste ich nie so genau. Nun habe ich es herausgefunden. Oh man, dass muss ich euch erzählen. Alles fing mit dem Packen meiner ganzen Dinge an, die ich so am Tag brauche: Futter, Näpfe, Decke, Spielzeug, Leinen, mein Arbeitshalsband und die Kenndecke, und und und. Alles wurde im Auto verstaut und dann ging die Fahrt los. Erst dachte ich: „OK, wir fahren zum Deich, wie jeden Tag. Dann heute mal mit Gepäck!“. Aber nein, wir fuhren in eine ganz andere Richtung. Was war ich aufgeregt. Und ich wurde immer aufgeregter und aufgeregter. Wir fuhren und fuhren und fuhren …. nach Rostock, eine Stadt ganz weit weg von meiner Heimat Oldenburg. Als wir dann irgendwann das Auto parkten, roch es so nach Wasser, ja, sogar nach richtig viel Wasser. Wir stiegen aus, liefen ein Stück. Hier mussten vorher viele andere Hunde gewesen sein, das konnte ich aber ganz genau riechen. Und dann waren wir da, am Meer, wie mein Frauchen sagte. Sie nannte es Ostsee. So etwas hatte ich ein meinem Leben noch nie gesehen. Aber Spaß machte es, das Meer, genauer am Hundestrand. Das war an diesem Tag mein bestes Erlebnis. Dennnoch, es sollte noch besser kommen. Am nächsten Tag verhielten sich alle, die mit uns waren so anders, so komisch. Ich konnte riechen, dass sie aufgeregt und voller Vorfreude waren. Warum nur? Bald schon wusste ich es. Habt ihr schon mal was von dem Jakob-Muth-Inklusionspreis gehört. Ich kenne ihn nun ganz genau. Denn dieser Preis sollte uns allen (Frauchen sagte immer Verbund) heute verliehen werden. Nun war auch ich aufgeregt. Aber ich riss mich zusammen, für Frauchen. Denn wenn ich auch noch so aufgeregt gewesen wäre wie sie und alle anderen, …. ich glaube das wäre das Aufregungschaos geworden. Wir fuhren zu einer ganz großen Schule, ich glaube sie hieß Schulcampus Rostock Evershagen. Die Kinder dort waren viel größer, als die an unserer Schule. Aber sie liebten mich alle – man, bekam ich viele Streicheleinheiten. Dann irgendwann ging die Feierstunde los. Mein Frauchen und ich saßen etwas weiter hinten, direkt am Gang. Ich hatte die beste Sicht auf die Bühne. Es waren auch berühmte Menschen da, glaube ich. Alle sagten immer Ministerin zu denen. OK, fand ich gut, aber nun war es ersteinmal Zeit für ein kleines Nickerchen. Frauchen saß ja da auf ihrem Platz, die Aufregung war auch wieder besser geworden, ich konnte es wagen zu schlafen. Irgendwann riss es mich dann aus meinen Träumen. Der Film von uns lief auf der Leinwand. Da waren auch meine ganzen lieben und vertrauten Schülerinnen und Schüler, die wir leider in der Heimat lassen mussten. Boah und ich war auch ganz kurz im Bild, klitzeklein und keiner hatte es gemerkt. Ich lag auf meiner Decke hinterm Lehrerschreibtisch. War das super, ein genialer Film. Und nun ging es so richtig los. Wir sollten auf die Bühne, alle, die Oldenburger. OK, das machte ich mit links, ein Sprung, wieder fein hinlegen und die Zuschauer anlächeln. Das machte Spaß. Wir bekamen ein großes Stück Papier in einer noch größeren blauen Mappe. Ich glaube, das nannten alle Urkunde. Und dann wurde ein Foto gemacht. Eins, zwei, drei und auch ich schaute direkt in die Kamera. Und einer der berühmten Menschen stand direkt neben mir, eine Ministerin, die Frau Heiligenstadt. Da wurde ich doch aber schon ein wenig aufgeregt und habe mich extra gut benommen.  Hat gewirkt, die Ministerin fand mich total niedlich. Ich fand sie ja auch toll. Kurz bevor wir dann von der Bühne runter mussten, schauten mich alle plötzlich so interessiert an. Ich glaube, nun hatten wirklich alle bemerkt, dass ich auch da bin. Oh je, wenn das man nur gut geht! Aber mein Frauchen regelte das. War kein Problem. Der Moderator sagte nämlich zu seinem Ko-Schüler-Moderator: „Du sag mal, um ein Kind zu erziehen brauch es ein ganzes Dorf. Aber schau mal auf die Bühne, es braucht alle Lebewesen.“ Damit war dann wohl ich gemeint, soviel hatte auch ich verstanden. Dann durfte mein Frauchen dem Publikum etwas über mich erzählen … klar, immer doch gerne. Gut, dann aber durften wir zurück zu unseren Platz. Die Schüler von unserer Helene-Lange-Schule machten nun phänomenal tolle Musik, coole Kids - ich ging da richtig mit ab. Alle waren nun bester Stimmung für ein letztes Foto auf der Bühne. Ich sollte mich ganz vorne zu den sitzenden Kids legen. Ja und da die Ministerin mich ja so mochte, legte ich mich doch einfach auf ihre Füße. Grandios! Schließlich mochten wir uns von anfang an und dann macht man das ja halt so! Was dann passierte, ach denkt es euch einfach selber. Nach dem Foto fingen nun alle an, miteinander zu reden, herumzulaufen, eine Kleinigkeit zu essen… Die waren plötzlich gar nicht mehrso aufgeregt. Toll war das, lauter fröhliche und entspannte Menschen. Auch ich bekam Wasser, Futter und von einem dieser lecker riechenden silbernen Tabletts eine saftige, rote Erdbeere. Wow, super hat die geschmeckt. Gut und dann war es an der Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Und davon weiß ich nun eigentlich gar nicht mehr so ganz viel. Ich habe die Autofahrt einfach verschlafen. Ja, das war meine Zeit in diesem Rostock. Toll war es, auch für einen Vierbeiner wie mich. Alle waren so lieb zu mir. Ich glaube der eigentliche Star war ich und nicht die drei Frau Ministerinnen. Zumindest in meinem Traum, den ich auf der Rückfahrt hatte. Wuff!!!